[Abtract] Der Text untersucht die suboptimale Versorgung mit freier Open-Source-Software (FOSS) am Beispiel von CiviCRM, einer seit 20 Jahren weltweit für und von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) entwickelten Software für Constituent-Relationship-Management, die innerhalb der EU über ein hohes Marktpotential verfügt und bereits von Tausenden NGO innerhalb der EU genutzt wird. Die Suboptimalität der Versorgung mit CiviCRM wird im Text weder als temporäres Defizit noch als Ergebnis individuellen Versagens verstanden, sondern als stabiler Entwicklungspfad, der aus rationalen Einzelentscheidungen der beteiligten Akteure hervorgeht. Analytisch wird zwischen der Versorgung mit Softwarefunktionen und der Aneignungsfähigkeit der Software unterschieden. Der Text gliedert sich in vier Schritte: Er beschreibt zunächst eine beobachtbare Suboptimalität von Nutzung und Verbreitung, erklärt diese als emergentes Resultat rationaler Entscheidungen im Sinne des Kollektivgutproblems nach Mancur Olson und diskutiert anschließend institutionelle Governance-Ansätze in Anlehnung an Elinor Ostrom zur Überwindung der Suboptimalität. Ziel dieser Analyse ist es, das bislang nicht gehobene Wohlfahrtspotential der Software sichtbar zu machen und Ansatzpunkte zu identifizieren, mit denen dieses unter realistischen institutionellen Bedingungen gehoben werden kann. In einem Exkurs wird die bestehende Governance-Struktur von CiviCRM rekonstruiert und hinsichtlich ihrer Reichweite, Repräsentativität und Leistungsfähigkeit eingeordnet. Ergänzend enthält er eine Risikoanalyse mit Blick auf die geopolitische und rechtliche Verankerung zentraler Elemente der Governance von CiviCRM in den USA sowie einen explorativen Versuch, das Ausmaß der suboptimal gebundenen Ressourcen und Wohlfahrtspotenziale zumindest näherungsweise zu quantifizieren. Abschließend wird die bestehende Situation nicht nur als strukturelles Problem, sondern auch als strategische Chance interpretiert: insbesondere für Implementierungsagenturen, die durch standardisierte Leistungen, Skalierung und eine konstruktive Einbindung in Governance-Strukturen zur Transformation des bestehenden Entwicklungspfades beitragen können. Weiterlesen
Schlagwort-Archiv: CiviCRM
Anleitung zum politischen Arbeiten mit CiviCRM
Dies ist eine möglichst knappe und um Verständlichkeit bemühte Anleitung, wie man als Benutzer*in mit Hilfe der Kontaktverwaltung und der Fallmanagement-Funktion von CiviCRM gemeinsam mit anderen Themen in z.B. kommunalpolitischen Handlungsfeldern bearbeitet. Weiterlesen
Weiterführende Überlegungen zu Issue Management mittels CiviCRM in kommunalpolitischen Arenen
Ausgangspunkt der dargelegten Überlegungen ist die laufende Konfiguration einer CiviCRM Standalone-Instanz im Projekt unter https://worms.social auf der Grundlage meiner Erörterung einer Umsetzung eines Stakeholder- und Issue Managements mit CiviCRM. Die konkrete Instanz soll dem Stakeholder- und Issue Management in der kommunalen Arena dienen sowie der Organisation und der Durchführung von Aktionen. Handlungsleitend ist hier die Idee, dass der Aufbau einer im Fediverse föderierenden Struktur lokaler Öffentlichkeit wie #WormsSocial kein Selbstläufer ist, sondern dass ein Onboarding interessierter Kreise einer kommunalen Arena im Fediverse aktiv gesteuert werden muss, wobei CiviCRM das Arbeitsmittel für diesen Prozess ist. Weiterlesen
Umsetzung eines Stakeholder- und Issue Managements mit CiviCRM
In diesem Essay beschreibe ich, wie Mitglieder eines politischen Vereins (z.B. einer politischen Partei, eines Verbands, einer Initiative, usw.), politisch ambitionierte Personen, Social Entrepreneure oder Mitarbeiter*innen partikularinteressenvertretender Agenturen, „Constituent Relationship Management“ oder auch „Citizen Relationship Management“ mittels der Software CiviCRM nutzen können, um (1) Organisationen und Personen als Anspruchshalter (stakeholder) in politischen Arenen zu erfassen und (2) deren Ansprüche (stakes) in Arenen oder an Themen (issues), die in diesen Arenen bearbeitet werden. CiviCRM wird dabei zu einem Teil der alltäglich genutzten Infrastruktur politischer Arbeit, in der eine beliebige Anzahl an Nutzer*innen in unterschiedlichen Rollen zu einer beliebigen Anzahl an Themen und Ereignissen zusammenarbeiten können.
Digitale Infrastruktur von Bündnis 90 / Die Grünen als Rahmen individueller Teilhabe an der Wertkette politischer Arbeit
In diesem Versuch schaue ich mir die digitale Infrastruktur der Partei Bündnis 90 / Die Grünen genauer an. Ich lasse mich dabei von der Frage leiten, inwiefern diese digitale Infrastruktur und die in ihr erkennbar werdenden Prozessideen geeignet sind, einer einzelnen Person einen organisatorischen Rahmen für die eigene politische Arbeit innerhalb der Wertkette politischer Arbeit 1 zu geben und am informationswirtschaftlichen Wertschöpfungsprozess (#IWP) der Demokratie teilzuhaben. Ich erhoffe mir dadurch zweierlei: Erstens will ich mich auf Ideen bringen lassen, was da ist und was ich damit anstellen kann. Zweitens will ich mich versichern, dass in dem Moment, in dem ich Fehlstellen oder Ergänzungsmöglichkeiten beschreiben will, ich mir nicht vorwerfen muss, entsprechend bereits vorhandene Möglichkeiten nicht zu kennen oder übersehen zu haben. Weiterlesen
PHP-Script zur Prüfung der Voraussetzungen für die Installation von CiviCRM auf Webhosting-Paketen u.a.
Im Dialog mit ChatGPT.com habe ich das PHP-Script check_civicrm_requirements.php entworfen mit dem Ziel einer einfachen Möglichkeit erkennen zu können, ob eine Installation von CiviCRM (https://civicrm.org) in einer bestimmten Laufzeitumgebung möglich ist.
Hier der Download als ZIP-Datei
Der einfache Check ist zum Beispiel nützlich, wenn man ein Webhosting-Paket bei einem Webhosting-Anbieter wie netcup.de, alfahosting.de, strato.de oder einem der vielen anderen Anbieter gebucht hat und dort eine Instanz von CiviCRM installieren und betreiben möchte, so wie man dort vielleicht auch bereits ein WordPress-Weblog oder dergleichen installiert hat und betreibt.
Das Script basiert auf den Anforderungen CiviCRM-Version 5.82.0
Unter Umständen muss dieses Script nochmals überprüft und aktualisiert werden, falls sich die Anforderungen bei Folgeversionen von CiviCRM verändern.
Auch ist es interessant zu wissen, dass die Installation auch dann gelingen kann, wenn das memory_limit oder die max_execution_time geringer ausfallen als die offiziell verlangten Werte. Diese Werte sind nämlich ggf. eher für operative Funktionen des Systems relevant, als für den Installationsprozess und es kann sein, dass man diejenigen Funktionen von CiviCRM, die diese Werte gemäß der Erfahrungen der Entwickler benötigen, gar nicht benutzt oder die verarbeiteten Datenmengen ausreichend klein sind, um auch mit geringeren Werten zurecht zu kommen.
Positive Erfahrungswerte mit der Installation von CiviCRM bei netcup.de gibt es bereits bei einer max_execution_time von 180 (empfohlen: 240) und einer max_input_time von 60, empfohlen: 120M)